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Ubuntu aktualisieren und upgraden: 22.04 auf 24.04 mit do-release-upgrade, plus Lösung für „Please install all available updates“

Ubuntu aktualisieren und Linux updaten mit apt full-upgrade, dann 22.04 auf 24.04 mit do-release-upgrade. Plus: „Please install all available updates“ beheben.

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Kurz gesagt: Ubuntu aktualisieren geht mit sudo apt update && sudo apt full-upgrade: Das bringt alle Pakete der installierten Version auf den neuesten Stand. Ein Ubuntu-Upgrade auf die nächste Version, etwa von 22.04 auf 24.04, erledigt danach do-release-upgrade. Es startet aber nur, wenn vorher wirklich alles aktualisiert ist. Wartet auch nur ein Paket der aktuellen Version noch auf ein Update, bricht es mit „Please install all available updates for your release before upgrading.“ ab. Die Lösung: full-upgrade nachholen, neu starten, falls ein neuer Kernel dabei war, gehaltene Pakete freigeben (apt-mark showhold) und dann noch einmal sudo do-release-upgrade starten.

Ubuntu · die Kurzfassung
sudo apt update
sudo apt full-upgrade          # nicht "apt upgrade": full-upgrade darf auch Pakete entfernen
apt list --upgradable          # sollte nichts mehr zeigen (oder nur Phased Updates)
sudo reboot

sudo do-release-upgrade        # 22.04 -> 24.04, oder 24.04 -> 26.04
cat /etc/os-release            # nach dem letzten Neustart: die neue VERSION

Grundlage dieser Anleitung sind Ubuntus Server-Dokumentation („Upgrade your release“), Ubuntus Release-Cycle-Seite und der Quellcode des Upgraders selbst (das Paket ubuntu-release-upgrader, gelesen am 21. Oktober 2026); die zitierten Meldungen stammen aus diesem Code. Mach vorher ein Backup: Im Normalfall sind die Schritte sicher, das Backup ist für den anderen Fall.

Ubuntu aktualisieren, ohne die Version zu wechseln

Wer nur Linux updaten will, also die Pakete der installierten Version auf den neuesten Stand bringen, braucht kein do-release-upgrade. Auf Ubuntu und Debian reichen drei Befehle:

Ubuntu · Debian
sudo apt update          # lädt nur die Paketlisten neu, installiert nichts
apt list --upgradable    # zeigt, was auf ein Update wartet
sudo apt full-upgrade    # installiert alle Updates

Der Unterschied zwischen apt upgrade und apt full-upgrade: apt upgrade entfernt nie ein installiertes Paket, apt full-upgrade darf das, wenn ein Update es verlangt. Für die laufende Pflege eines Servers ist beides in Ordnung; vor einem Versionswechsel muss es full-upgrade sein (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Braucht ein Update einen Neustart, etwa ein neuer Kernel, legt Ubuntu die Datei /var/run/reboot-required an, und die Login-Meldung zeigt *** System restart required ***. Auf Fedora, Rocky Linux und AlmaLinux heißt das Gegenstück sudo dnf upgrade.

Ein Ubuntu-Upgrade auf ein neues Release ist ein eigener Schritt: Er tauscht die Paketquellen aus und hebt das ganze System auf die nächste Version. Darum geht es im Rest dieser Anleitung.

Was bedeutet „Please install all available updates“?

Bevor es loslegt, öffnet do-release-upgrade den APT-Cache und sucht nach installierten Paketen, für die es in der aktuellen Version noch eine neuere Fassung gibt. Ein einziges genügt: Es gibt die Meldung aus und beendet sich mit Status 1. Aktuelle Versionen des Upgraders überspringen dabei Pakete, die Ubuntu noch schrittweise ausrollt (Phased Updates). Die üblichen Gründe, warum noch etwas wartet:

UrsacheSo siehst du esLösung
Du hast apt upgrade statt full-upgrade ausgeführtapt meldet The following packages have been kept backsudo apt full-upgrade
Ein Paket ist gehalten (hold)apt-mark showholdsudo apt-mark unhold PAKET
Ein Phased Update (ältere Upgrader-Versionen zählten diese mit)Kept back, oder bei neuerem apt „deferred due to phasing“sudo apt full-upgrade -o APT::Get::Always-Include-Phased-Updates=true
Ein Fremd-Repository hat Updates oder Fehlersudo apt updateDessen Updates installieren oder seine Datei aus /etc/apt/sources.list.d/ verschieben
apt update lief heute noch nichtapt list --upgradablesudo apt update && sudo apt full-upgrade

apt upgrade entfernt nie ein Paket (apt-get upgrade installiert außerdem keine neuen). Ein Update, das ein anderes Paket ersetzen oder entfernen muss, bleibt deshalb dauerhaft „kept back“; apt full-upgrade (dasselbe wie apt-get dist-upgrade) löst das auf. Ubuntus eigene Upgrade-Anleitung nutzt dist-upgrade mit der Phased-Updates-Option aus der Tabelle, damit vor dem Versionswechsel alles aktuell ist. Ein Hold ist Absicht: Jemand hat mit apt-mark hold eine Version festgehalten, zum Beispiel wegen eines Kernelmoduls oder einer bewusst festgehaltenen Datenbankversion. Finde heraus, warum, bevor du ihn aufhebst.

Eine verwandte Prüfung: Kamen mit den letzten Updates ein neuer Kernel, libc6 oder linux-base, und der Server wurde seitdem nicht neu gestartet, stoppt der Upgrader mit You have not rebooted after updating a package which requires a reboot. Please reboot before upgrading. Ein Neustart behebt das.

Was sollte ich vor dem Upgrade erledigen?

  • Ein Backup anlegen, das sich auch zurückspielen lässt. Auf einem VPS ist ein Snapshot direkt vor dem Upgrade der schnellste Weg zurück. Kopiere außerdem /etc und deine Daten auf ein anderes System.
  • Wissen, von welcher Version du kommst. lsb_release -a oder cat /etc/os-release verraten es; mehr dazu in Linux-Version herausfinden.
  • Freien Speicher prüfen. df -h / /boot. Das Upgrade lädt Hunderte Pakete herunter, oft mehr als ein Gigabyte, und bricht mit Not enough free disk space ab, wenn der Platz ausgeht. sudo apt autoremove --purge räumt alte Kernel aus /boot.
  • Fremdquellen auflisten. ls /etc/apt/sources.list.d/. Laut Ubuntus Dokumentation werden Fremd-Repositories und PPAs während des Upgrades deaktiviert. Prüfe für jedes, ob es schon Pakete für die neue Version anbietet.
  • Die großen Versionssprünge deines Stacks notieren. Von 22.04 auf 24.04 springt PHP von 8.1 auf 8.3, PostgreSQL von 14 auf 16 und Python von 3.10 auf 3.12. Für 24.04 auf 26.04 stehen die geänderten Versionen in den Release Notes von 26.04.
  • Einen Zugang haben, der nicht an SSH hängt, etwa die Konsole des Anbieters, und eine Stunde Aufmerksamkeit einplanen, Neustarts eingeschlossen. Das Upgrade hält für Rückfragen an.

Wie mache ich das Upgrade von Ubuntu 22.04 auf 24.04, Schritt für Schritt?

  1. 1Die aktuelle Version komplett aktualisieren
    Ubuntu 22.04
    sudo apt update
    sudo apt full-upgrade
    sudo apt autoremove --purge
    sudo reboot
  2. 2Prüfen, ob LTS-Upgrades erlaubt sind
    Ubuntu
    grep Prompt /etc/update-manager/release-upgrades    # Prompt=lts

    Prompt=lts, die Voreinstellung auf Servern, bietet nur die nächste LTS an. Prompt=normal bietet die nächste Version jeder Art an, auch die halbjährlichen Zwischenversionen mit rund neun Monaten Support. Mit Prompt=never lehnt der Upgrader jedes Upgrade ab.

  3. 3Das Upgrade starten
    Ubuntu 22.04
    sudo do-release-upgrade

    Über SSH warnt es zuerst mit „This session appears to be running under ssh.“ und bietet einen zweiten SSH-Daemon auf Port 1022 an, mehr dazu weiter unten. Antworte mit y. Danach schreibt es die APT-Quellen um, berechnet die Änderungen und zeigt eine Übersicht, wie viele Pakete installiert, aktualisiert und entfernt werden. Lies die Entfernungen, bevor du bestätigst.

  4. 4Die Rückfragen unterwegs beantworten
    • Dienste automatisch neu starten? Ja passt auf den meisten Servern; so kommt nicht für jeden Daemon eine eigene Frage.
    • Eine von dir geänderte Konfigurationsdatei hat eine neue Fassung: Behalte bei Dateien wie sshd_config deine lokale Version (die Vorauswahl) und vergleiche danach mit der neuen. Die Fassung des Pakets landet neben deiner, als .dpkg-dist oder, bei Dateien, die ucf verwaltet, wie sshd_config, als .ucf-dist.
    • Fragt grub-pc nach dem Boot-Gerät (die Release Notes von 24.04 erwähnen diese Abfrage), wähle die ganze Platte, von der der Server startet, etwa /dev/vda oder /dev/sda, keine Partition. lsblk zeigt, welche Platte / enthält.
    • Veraltete Pakete entfernen? Schau dir die Liste an; Ja ist normalerweise richtig.
  5. 5In die neue Version neu starten

    Sind die Pakete installiert, fragt der Upgrader nach einem Neustart. Bestätige, warte ein bis zwei Minuten und melde dich wieder an.

Kann ich Ubuntu sicher über SSH upgraden?

Meistens ja, und der Upgrader trifft zwei eigene Vorkehrungen. Ist screen installiert, läuft er in einer GNU-screen-Sitzung namens ubuntu-release-upgrade-screen-window. Reißt die Verbindung ab, meldest du dich neu an und startest sudo do-release-upgrade noch einmal: Es findet die laufende Sitzung und hängt sich wieder an, statt ein zweites Upgrade zu beginnen. Wie du screen von Hand bedienst, steht in screen-Befehl unter Linux (engl.).

Außerdem startet er einen zusätzlichen sshd auf Port 1022, damit dich ein defekter Haupt-SSH-Daemon mitten im Upgrade nicht aussperrt. In den Worten des Upgraders: „If you run a firewall, you may need to temporarily open this port. As this is potentially dangerous it’s not done automatically.“ Öffne den Port also nur, wenn du diese zweite Tür wirklich brauchst, nur für deine eigene Adresse, und schließe ihn danach wieder:

Ubuntu mit UFW · nur wenn der normale SSH-Port versagt
sudo ufw allow from 203.0.113.5 to any port 1022 proto tcp    # deine eigene öffentliche IP
ssh -p 1022 user@dein-server
sudo ufw delete allow from 203.0.113.5 to any port 1022 proto tcp

Eine Konsole, die nicht vom Netzwerk des Servers abhängt, ist als Rückfallebene besser als beides: Sie funktioniert auch dann, wenn genau die Netzwerkkonfiguration kaputt ist.

Kann ich eine Version überspringen, etwa 20.04 direkt auf 24.04?

Nein. do-release-upgrade geht immer einen Schritt: 20.04 auf 22.04, Neustart, dann 22.04 auf 24.04, dann 24.04 auf 26.04. Zwischenversionen zwischen zwei LTS werden automatisch übersprungen, eine ganze LTS aber nie. Ubuntu öffnet den Weg von LTS zu LTS außerdem erst mit dem ersten Point Release: „Upgrades from one LTS release to the next one are only available after the first point release“, heißt es in der Server-Dokumentation.

VonNachUpgrade angebotenEnde des Standard-Supports der alten Version
20.04 LTS22.04 LTSSeit 22.04.1Mai 2025 (vorbei; nur noch Ubuntu Pro)
22.04 LTS24.04 LTSSeit 24.04.1Mai 2027
24.04 LTS26.04 LTSSeit 29. September 2026 (26.04.1)Mai 2029

Die Daten stammen von Ubuntus Release-Cycle-Seite und der Liste ubuntu-announce, geprüft am 21. Oktober 2026. Mit einem Ubuntu-Pro-Abo (Expanded Security Maintenance) bekommt jede LTS fünf weitere Jahre Sicherheitsupdates: 20.04 bis Mai 2030, 22.04 bis Mai 2032, 24.04 bis Mai 2034. Ein Server mit 22.04 hat also bis Mai 2027 Zeit, bevor er Pro oder ein Upgrade braucht.

Was macht do-release-upgrade -d?

-d führt das Upgrade auf die Entwicklungsversion aus. Auf einer LTS nutzt man es, um eine neue LTS schon vor ihrem ersten Point Release zu erreichen, was Ubuntus Dokumentation für Produktivsysteme nicht empfiehlt. Stand Oktober 2026 sind alle LTS-Pfade oben schon offen, ein Server braucht -d also nie. Antwortet der Upgrader stattdessen mit No new release found., prüfe die Prompt-Zeile, prüfe, ob der Server changelogs.ubuntu.com erreicht, woher die Liste der Versionen kommt, und prüfe, ob du nicht schon auf der neuesten LTS bist.

Was sollte ich nach dem Upgrade prüfen?

Ubuntu 24.04
cat /etc/os-release                # VERSION="24.04.x LTS (Noble Numbat)"
uname -r                           # der neue Kernel
systemctl --failed                 # Dienste, die nicht wieder hochkamen
journalctl -p err -b               # Fehler seit diesem Boot
sudo ss -tlnp                      # lauscht alles dort, wo es soll?
sudo apt update && apt list --upgradable
sudo apt autoremove --purge
  • Die APT-Quellen sind umgezogen. Laut den Release Notes von 24.04 wandert Ubuntus Quellenkonfiguration von /etc/apt/sources.list nach /etc/apt/sources.list.d/ubuntu.sources, im deb822-Format. Schau dort nach, nicht in der alten Datei.
  • Fremd-Repositories sind aus. Aktiviere jedes in /etc/apt/sources.list.d/ wieder, sobald sein Anbieter die neue Version unterstützt. Laut den Release Notes von 24.04 lehnt APT jetzt Repositories ab, die mit RSA-Schlüsseln unter 2048 Bit signiert sind; ein Anbieter mit altem Schlüssel muss also einen neuen veröffentlichen. Fehlt der Schlüssel eines Repositories ganz, scheitert es mit GPG error: NO_PUBKEY (engl.).
  • SSH auf einem eigenen Port. Unter 24.04 startet sshd über ssh.socket, das ein systemd-Generator aus sshd_config konfiguriert. Prüfe mit ss -tlnp, ob er noch auf deinem Port lauscht; wie du ihn später änderst, steht in SSH-Port ändern (engl.).
  • Versionsgebundene Pfade. nginx-Konfigurationen, die auf /run/php/php8.1-fpm.sock zeigen, brauchen den Socket von 8.3; virtuelle Python-Umgebungen, die auf 3.10 gebaut wurden, musst du neu anlegen; ein PostgreSQL-14-Cluster bleibt auf 14, bis du ihn auf 16 migrierst.
  • Die Logs des Upgrades selbst liegen in /var/log/dist-upgrade/ (main.log, apt.log, term.log), falls etwas seltsam aussieht.

Beschwert sich APT direkt nach dem Neustart, dass ein anderer Prozess seine Sperre hält, holt meist unattended-upgrades gerade etwas nach; warte ein paar Minuten oder lies could not get lock (engl.). Hat ein abgebrochenes Upgrade dpkg halb fertig zurückgelassen, beschreibt dpkg was interrupted (engl.) die Reparatur.

Upgrade an Ort und Stelle oder Neuinstallation?

Installiere neu, wenn sich der Server aus Code oder einem getesteten Backup wieder aufbauen lässt: Ein frisches 24.04 trägt keine Altlasten aus drei Versionen Geschichte mit sich. Mach das Upgrade an Ort und Stelle, wenn darauf jahrelang gewachsene Handkonfiguration liegt. Debian hat kein do-release-upgrade: Dort stellst du die APT-Quellen von Hand um, und Debian 12 auf 13 upgraden (engl.) ist das Gegenstück zu dieser Anleitung.

Häufige Fragen

Wie behebe ich „Please install all available updates for your release before upgrading“?

Führe sudo apt update und sudo apt full-upgrade aus (nicht apt upgrade, das Updates zurückhält, die ein anderes Paket entfernen müssten), starte neu, wenn ein neuer Kernel kam, prüfe mit apt-mark showhold auf gehaltene Pakete und starte dann sudo do-release-upgrade erneut. apt list --upgradable zeigt, was noch wartet.

Wie aktualisiere ich Ubuntu, ohne die Version zu wechseln?

sudo apt update lädt die Paketlisten neu, sudo apt full-upgrade installiert alle Updates der installierten Ubuntu-Version. Existiert danach die Datei /var/run/reboot-required, ist ein Neustart fällig. Erst für ein neues Release wie 24.04 brauchst du sudo do-release-upgrade.

Kann ich Ubuntu 20.04 direkt auf 24.04 upgraden?

Nein. do-release-upgrade geht immer nur eine LTS weiter: 20.04 auf 22.04, Neustart, dann 22.04 auf 24.04. Jeder Schritt von LTS zu LTS wird erst nach dem ersten Point Release der neuen LTS angeboten; Stand Oktober 2026 sind die Wege ab 20.04, 22.04 und 24.04 alle offen.